Was sich bei PANDA gerade verändert
- 18. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Autorin: Isabelle Hoyer (Founder & CEO at PANDA & Employers for Equality)
„Big money tends to soften edges and support the status quo. Small money is always more subversive."
Um mir diesen Satz aus Arundhati Roys Memoir „Mother Mary comes to me“ zu notieren, sprang ich nachts aus dem Bett hoch und schlich, Zehenbruch riskierend, auf der Suche nach Stift und Papier im Dunkel herum.
Der Satz ist mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Er fasst ein Prinzip in Worte, dem wir bei PANDA folgen, das ich so aber nicht hätte formulieren können. Doch es ist genau das. Und es ist ein fundamentaler Shift.
Und damit zum Punkt dieses Texts:
Wir befinden uns aktuell mit dem PANDA Netzwerk in einer Transformation, mit der wir von unserem zwölf Jahre lang gültigen Modell der kostenfreien Netzwerkmitgliedschaft Abschied nehmen. Schweren Herzens, denn das war uns als Gründer*innen und Team ein wichtiges Prinzip.
Nun müssen wir uns verändern. Aus Gründen, die offensichtlich sind und gleichzeitig einer Erklärung bedürfen.
Wenn Netzwerk-Mitglieder sich derzeit in unser PANDA Directory einloggen, sehen sie: Mich, wie ich genau das versuche. 5 Minuten, 18 Sekunden, um zu erklären, was mindestens 5 Jahre und 18 Monate reifen musste.

Klartext: Die PANDA Netzwerkmitgliedschaft ist nun mit einem Beitrag versehen.
10 Euro pro Monat für die Basic Membership
49 Euro pro Monat für die Premium Membership mit zusätzlichen Leistungen
1 Euro pro Monat solidarischer Preis (für marginalisierte Gruppen, Schwerbehinderung, Elternzeit, Jobverlust, hard times …)
Die grundlegende Idee dabei: Kein Ausschluss aufgrund der finanziellen Möglichkeiten.
Kuratiert, aber nicht elitär. Fokus auf Führung bei gleichzeitiger Anerkennung der Lebensrealitäten und diversen Gender Gaps, wegen der es uns überhaupt gibt.
Small money, das uns ermöglicht, unsere Arbeit fortzusetzen.
In Zeiten, in denen sich Weltpolitik und Krisenstimmung 1:1 auf unserem Geschäftskonto niederschlagen. Weil Unternehmenspartnerschaften enden, DEIB-Budgets schwinden, „das Thema in diesem Jahr nicht auf unserer Agenda steht“, anderes Priorität hat.
Dieser Schritt wird uns und mir persönlich seit Jahren von verschiedensten Stellen nahegelegt: Gründer*innen-Runden, erfahrene Unternehmer*innen, Netzwerkmitglieder. Es hat Jahre gebraucht, sich dazu durchzuringen. Jetzt ist er - gefühlt oder tatsächlich, das mag Ansichtssache sein - „alternativlos“.
Believe me: Wir haben die Argumente hoch und runter diskutiert.
„Was nichts kostet, ist nichts wert“ versus „Ausverkauf der Ideale".
Unser neues Membership-Modell ist das Ergebnis dieser Überlegungen und Diskussionen. Das ist der Weg, den wir nun gehen.
Wir hoffen, dass viele ihn mitgehen. Wir wissen, nicht alle werden es tun. Und das ist okay.
Unser Netzwerk lebt von aktiver Beteiligung und Commitment. Eine große Mitgliederzahl sagt darüber erstmal nichts aus.
Die aktuelle Transformation ist zugleich ein Proof of Concept und eine Feuerprobe. Aus Gründer*innen-Perspektive eine spannende Zeit: Trägt unser Modell überhaupt? Wird ein Mehrwert gesehen?
Ganz konkret: Ist mir dieses Netzwerk nen Zehner im Monat wert oder nicht?
Unsere Einladung: Gemeinsam weiter an dieser Community bauen. Für Gleichberechtigung, für Repräsentanz, für Zugänge, für Teilhabe eintreten. Einander Türen öffnen und Wege ebnen. An vielen Stellen als Gemeinschaft Veränderung bewirken.
Ein Marathon, kein Sprint. Einer, bei dem wir seit zwölf Jahren mitlaufen. Wir tun alles, damit uns die Puste unterwegs nicht ausgeht.
Danke an alle, die sich bereits committed haben. Die weiter mitlaufen. 💚
Ich glaube an das Konzept des "subversive small money". Es passt zu uns und unserer Mission. 50% Frauen in Führung - dafür stehen wir. Wenn es nach uns geht, mindestens auch die nächsten zwölf Jahre.

